Von A nach B – Wie du am schnellsten durch Konstanz kommst

Konstanz ist keine Großstadt. Trotzdem würde es rund eine Stunde dauern, von einem Ende der Stadt zum anderen zu laufen. Wir haben uns gefragt: Wenn man beispielsweise vom Wollmatinger Bahnhof zum Bahnhof in der Altstadt kommen möchte, wie ist man am schnellsten unterwegs?

Bus, Bahn, Rad, Auto – die Möglichkeiten sind vielfältig, aber wie ist man am schnellsten am Ziel?

Campuls macht keine halben Sachen – ein Experiment muss her. Gleiche Zeit, gleiche Verkehrslage, gleiches Wetter. Wissenschaftler:innen wären stolz auf uns. Die Strecke: Bahnhof Wollmatingen, Konrad Leihstation 24 bis zum Bahnhof in der Altstadt, Konrad Leihstation 3.

14 Uhr, Konstanz-Wollmatingen

Wir sind zur Abwechslung mal alle pünktlich da. Das Team besteht aus sechs Personen: Marian ist heute mit dem Auto unterwegs. Paul ist hochmotiviert zu Fuß angekommen und wird in den nächsten Minuten über den Bodenseeradweg durch die Stadt joggen. Lilly nimmt den gleichen Weg wie Paul, jedoch mit einem Konrad ausgestattet. Ich meinerseits werde um 14:07 in die Buslinie 6 Richtung Marktstätte einsteigen.

Starten wollen wir, wenn nach Plan der Bus fahren würde.

Paul macht sich direkt auf den Weg, warmgelaufen und bereit zum Gefecht sprintet er noch schnell über die grüne Fußgängerampel, bevor er hinter dem Bahnhof verschwindet.

Auch Marian fährt direkt los.

Lilly und ich haben bereits einen kleinen zeitlichen Nachteil. Ich meinerseits, da der Bus sich verspätet, Lilly, da sie noch ihr Konrad ausleihen muss. Die App hat sie schon daheim heruntergeladen, so geht der Leih-Prozess recht flott. Ich, auf der anderen Seite, muss mich meinem Schicksal fügen, denn ich habe keinerlei Einfluss darauf, wann der Bus in die Haltestelle einfährt.

14:10, Konstanz-Wollmatingen

Der Bus kommt. Ich steige in das Elektrofahrzeug und suche mir einen Platz im hinteren Bereich der Karosserie. Lilly entfernt das Schloss an ihrem gewählten Fahrrad.

14:12, Konstanz-Wollmatingen

Lilly fährt los. Gekonnt springt sie auf das Rad auf und fährt in Windeseile den Bodenseeradweg hinauf. Jetzt steht ihr nichts mehr im Wege.

Das Rennen durch Konstanz ist in vollem Gange. Der Bus rollt weiterhin gemächlich voran, Marian navigiert geschickt durch den Verkehr, Paul joggt unermüdlich und Lilly strampelt fleißig auf ihrem Fahrrad.

Die Autofahrt

Mit einem kleinen Vorsprung zu Beginn startet Marian. Im Vergleich zum Bus muss er keine Umwege nehmen und auch auf niemanden warten. Allerdings kommen andere Herausforderungen auf ihn zu. Denn im Vergleich zum Bus muss er noch einen Parkplatz suchen. Es bleibt spannend. Im nahegelegenen Parkhaus stellt er schließlich sein Auto ab. Dafür wird er später noch ein paar Münzen loswerden.

Der Sprinter

Paul überquert die Straßen, sprintet durch die Gassen. Seine Ausdauer und Geschwindigkeit sind bewundernswert, doch die Wege zu Fuß können manchmal etwas umständlich sein. Es gibt Straßenarbeiten, Fußgängerampeln und andere Hindernisse, die ihn verlangsamen könnten. Aber Paul legt eine Bestzeit von 4,52 Minuten im ersten Kilometer hin. Die meiste Zeit sei er gut durchgekommen, erzählt er. Ganz nebenbei tut er auch noch etwas für seine Gesundheit und ist für den Weg lediglich auf seine eigenen Beine angewiesen. Das schützt allerdings nicht davor, ein wenig verschwitzt am Ziel anzukommen.

Die Busfahrt

Der Bus fährt gemächlich durch die Straßen, macht an den Haltestellen Halt, um Passagiere ein- und aussteigen zu lassen. Der Verkehr ist heute recht entspannt, und der Bus schafft es gut voranzukommen. Die Fahrt bietet mir die Gelegenheit Musik zu hören und aus dem Fenster zu schauen. Die Menge an Menschen, die sich im Fahrzeuginneren tummelt, bereitet mir ein wenig Unbehagen, allerdings ist es immer leer genug, damit sich niemand zu mir setzen muss – Glück gehabt.

Die Konrad-Fahrt

Das Ausleihen hat ein paar Minuten gedauert und Lilly so einen kleinen Nachteil bereitet. Der Ausleihprozess ist nicht besonders kompliziert, allerdings hat sie das noch nie zuvor gemacht und muss sich erstmal einfinden. Trotzdem radelt sie zuversichtlich durch die Stadt und genießt die frische Luft. Es ist dennoch nicht ganz ohne. Ab und zu geht es eine Weile bergauf und Lilly muss ordentlich in die Pedale treten. „An sich war es super entspannt“ meint sie, „es liegen kaum Ampeln auf dem Weg und ich bin mit dem Rad überall ganz gut durchgekommen.“

14:21, Konrad-Leihstation 3, Altstadt

Die entscheidenden Minuten. Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Bus hält an der vorletzten Haltestelle, Paul legt noch einen letzten Sprint ein, Marian sucht eifrig einen Parkplatz und Lilly erreicht auf dem Rad Höchstgeschwindigkeiten. 

Als erster am Ziel ist schließlich Marian mit dem Auto. Ganz gemütlich spaziert er aus dem Parkhaus am Bahnhof und schlendert zur Leihstation hinüber. Nicht lange und der Bus fährt ein. Ich suche noch einen Moment den Zielort und geselle mich zu meinem Kolleg:innen. Es bleibt spannend. Auf den gesendeten Live-Standorten sind Lilly und Paul gleichauf. Wir warten gespannt und erblicken schließlich Paul, der auf uns zu rennt. Knapp hinter ihm kommt Lilly auf der Zielgeraden an. 

 Fazit

Wir haben uns extra einen Feiertag für das Experiment ausgesucht. Es sollte möglichst wenig Verkehr und gutes Wetter sein. Durch das mäßige bis geringe Verkehrsaufkommen hatten sowohl der Bus, aber vor allem auch Marian mit dem Auto einen gehörigen Vorteil. Wären wir an einem Samstag gefahren, hätten die Ergebnisse wohl anders ausgesehen. Klarer Vorteil jedoch: Wir hatten den entspanntesten Weg und kamen, ohne einen Schweißtropfen vergossen zu haben, am Zielort an.

Unser klarer Favorit – das Konrad – hat leider den letzten Platz belegt. Allerdings haben wir auch den Leihprozess mit eingerechnet. Für uns steht dennoch fest: Mit dem Fahrrad ist man am flexibelsten unterwegs. Wenn man kein Auto hat und nachts kein Bus mehr kommt, besteht rund um die Uhr die Möglichkeit, sich an sehr vielen Haltestellen oder in Fußnähe ein Konrad auszuleihen. Es ist mir schon sehr oft passiert, dass ich nachts aus dem Club komme, oder zu lange mit Freunden gequatscht habe. Wenn man dann den letzten Bus verpasst oder gerade kein Bargeld für den Nachtschwärmer dabei hat, können die Konräder wirklich lebensrettend sein. Auch Umzüge und andere Transporte können gut und gerne mit den Leihrädern ausgeführt werden. Denn neben den normalen Rädern sind auch die Lasträder beliebt. 

Die größte Überraschung bleibt jedoch Pauls beeindruckende Zeit von 22 Minuten und 45 Sekunden für fast fünf Kilometer. Nicht einmal besonders außer Atem kam er an. Daraus nehmen wir mit: In die Altstadt joggen ist vermutlich manchmal eine gute Idee – wenn man so trainiert ist wie Paul. Ich wiederum wäre vermutlich mit Herzrasen in zwei bis vier Werktagen eingetroffen.

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